Die Dame von Metworst

Vortum-Mullem,
ein Segen für die Geschwindigkeit

Man sagt, man könne sie nur sehen, wenn man daran glaubt. Nicht wenn man nur meint zu glauben, sondern wirklich glaubt. Glaube an die Legende des Vortums Veld…

Vor langer Zeit strandete die junge Adlige Aleida, aus adligem Hause, im Schlamm eines Feldes in Vortum-Mullem, einem kleinen Dorf unweit von Sambeek, flussaufwärts von Boxmeer. Sie war mit der Kutsche unterwegs, als ihre Pferde durchgingen und das Gefährt im Lehm stecken blieb. Sie war allein. Ihre Diener waren nicht bei ihr, und niemand wusste, warum.

Sie stand da, die Schuhe im Schlamm festgesteckt, das Kleid zerrissen, die Hände schmutzig, aber ihr Blick entschlossen.

Zur selben Zeit veranstalteten die jungen Bauern ihr jährliches Pferderennen auf dem Feld, ein Brauch, der Kraft, Mut und Fruchtbarkeit symbolisierte. Wer am schnellsten ritt, bewies seine Lebensfreude und durfte das Symbol dieser Stärke entgegennehmen: eine sieben Fuß lange Wurst, ein Brot, zwei Fässer Bier und einen halben Schweinskopf.

Sie sahen sie dort stehen. Einer stemmte sich gegen das Rad, ein anderer beruhigte die Pferde. Und ein Dritter hatte nur Augen für sie. Er sah sie an, streckte die Hand aus und brachte sie in Sicherheit. Sie sagte kaum etwas, doch ihr Blick ruhte auf seinem Gesicht. Als kenne sie ihn von früher. Oder war es aus einem Traum?

Seitdem, so heißt es, kehrt die junge Dame jedes Jahr zurück. Sie schwebt die Strecke entlang, den Blick fest auf die Reiter gerichtet. Der Junge, der sie am meisten an ihren Retter erinnert, weniger durch sein Aussehen als vielmehr durch seinen Mut, wird gewinnen.

Und wer mit ihrem Segen gewinnt, erlebt ein ganz besonderes Jahr. Manche finden plötzlich die Liebe ihres Lebens. Andere erhalten eine unerwartete Chance. Es gibt Reiter, die berichten, dass ihre Ängste und Zweifel wie von Zauberhand verschwunden sind, als hätte sie ihnen jemand still und leise genommen.

Am Ende des Tages, wenn die Pferde wieder im Stall sind und der Schlamm von den Stiefeln gewaschen ist, hängt manchmal ein blauer Schal im Baum neben der alten Weide. Niemand weiß, wem er gehört.

Man sagt, sie sei noch immer dankbar. Und solange die Metworst-Bahn fährt, beobachtet sie ihn. Schweigend. Auf der Suche nach ihm. Und deshalb dürfen bis heute nur junge, alleinstehende Männer teilnehmen. Nicht wegen der Show, sondern in der Hoffnung, dass sie ihn erkennt.

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